Titelbild breitband 2018

Wochenimpulse

15. Wochenimpuls Freitag, 26.02.2021Wochenimpuls15

Worte, die gut tun … - Die Kraft des Gebetes

Bibeltext: „Unser Vater im Himmel! Dein Name werde geheiligt. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden.“ (Matthäus 6,9-10)

Auslegung:

Beten! – Ist das überhaupt noch in oder cool? Ist das nicht nur etwas für Schwächlinge?! Würde man jeder Person erzählen wolle, „Ich bete zu Gott!“ – oder schämt man sich eher dafür und kommt in Verlegenheit?

Beten ist etwas, was viele Menschen seit vielen hunderten von Jahren tun bzw. was ihnen seid tausenden von Jahren wichtig ist. Sie beten aus Dankbarkeit oder weil sie Gott um etwas bitten möchten. Sie klagen im Gebet Gott ihr Leid oder loben ihn für etwas Schönes oder Gutes.

Doch Beten ist nicht immer leicht. Manchmal fehlen die richtigen Worte und wir wissen nicht, wie wir uns im Gebet ausdrücken sollen, damit uns Gott versteht. Vielleicht geht uns zu viel durch den Kopf, vielleicht sind wir aber auch ganz kopfleer. Das ist nichts Ungewöhnliches. Schon immer ging es Menschen so. Darum hat Jesus Christus seinen Jüngern ein Gebet beigebracht - es ist das Vaterunser.

Das Vaterunser kann uns eine Hilfe sein. Es enthält einfache Worte, mit denen wir beten können. Denn manchmal sind wir über gewisse Dinge oder Geschehnisse ganz traurig, finden keine Sprache. Wir verstehen die Welt nicht mehr mit ihren Streitereien und Kriegen, ihren Naturkatastrophen und Pandemien, mit Schmerzen und Krankheiten, mit Schulproblemen und Sorgen … Und wer weiß, was noch alles auf uns zukommt – Arbeitslosigkeit, Klimawandel.

Doch gerade dann, dürfen wir Gott vertrauen, dass er, der Vater im Himmel, alles in seiner Hand hält und es letztlich gut mit uns und unserer Welt meint. Wie heißt es so schön und zuversichtlich: „Am Ende ist alles gut, und wenn es noch nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende.“ Um das Gute dürfen wir jetzt schon bitten – sein Wille geschieht! Die ersten Worte im Vaterunser erinnern uns daran. Sie gelten für jeden Menschen, sie gelten für „immer und überall“, wie es in einem Kinderlied heißt: „Immer und überall ist Gott für uns da“.

Das Vaterunser kennen alle Christen dieser Welt, es wird in jedem christlichen Gottesdienst auf der Welt gebetet. Auch wenn es in verschiedenen Sprachen gesprochen wird, vereint es die Christen zu einer großen Familie weltweit. Das Vaterunser zeigt an: Wir gehören zusammen. Wir beten miteinander und füreinander.

Gebet:

Guter Gott,

manchmal verstehe ich nicht mehr, was um mich herum geschieht.

Und die Welt, die verstehe noch wer will.

Das macht mir Angst.

Hilf mir darauf zu vertrauen, dass dein Wille geschieht.

Hilf mir zu begreifen, dass du es trotz allem immer gut mit uns meinst. Amen.

Wusstest du schon …?

Die biblischen Verse sind der Beginn des Vaterunsers, das Jesus Christus einst den Menschen gelehrt hat, als er auf einem Berg predigte. Dieses Gebet ist weltbekannt geworden und wird von Christen in den verschiedensten Sprachen gebetet:

Englisch: Our Father in heaven

Französisch: Notre Père qui es aux cieux

Italienisch: Padre nostro, che sei nei cieli

Spanisch: Padre nuestro, que estas en el cielo

Niederländisch: Onze Vader die in de hemelen zijt

Ein schönes und erholsames Wochenende

wünscht Eure Religionslehrerin Pfarrerin Dr. Heike Vierling-Ihrig, NKG

14. Wochenimpuls Freitag, 12.02.2021Wochenimpuls14

Worte, die gut tun … - Niemals Gewalt!!!

Bibeltext: Jesus sagte: „Wer unter euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein auf sie.“ (Johannes 8,7)

Auslegung:

Ich möchte heute von einer Rede berichten, die die berühmte Jugendbuchautorin Astrid Lindgren vor mehr als 40 Jahren gehalten hat. Ihr Titel lautete: „Niemals Gewalt!“. Es war eine Dankesrede, die Astrid Lindgren am 22. Oktober 1978 anlässlich ihres Erhalts des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels in der Frankfurter Paulskirche auf Deutsch gehalten hat. Doch eigentlich hätte sie diese Ansprache, die vorher bei einem Komitee eingereicht werden musste, gar nicht halten sollen, denn sie wurde als zu „provokant“ empfunden. Lindgren bestand darauf, die Rede so zu halten oder gar nicht zu kommen.

Lindgren erzählte davon, dass es, solange es den Menschen gibt, auf der Erde immer auch Gewalt und Kriege gegeben hat. Dagegen betonte sie, dass es wahren Frieden auf der Erde nicht gibt.

Astrid Lindgren glaubt nicht, dass der Mensch von Natur aus böse ist. Warum aber streben so viele Menschen nach Macht und wollen Gewalt? Sie ist der Meinung, „dass die meisten Diktatoren selbst Gewalt, Demütigung, Kränkung und Bloßstellung erlebt haben und dieses Verhalten weitergeben. Diejenigen, denen die Kinder anvertraut seien, würden entscheiden, ob sie ihnen Liebe vermitteln, die diese Kinder später weitergeben können.“ Sie erklärt, „dass auch freie und unautoritäre Erziehung nicht heiße, dass die Kinder tun und lassen dürfen, was sie wollen und es auch bei dieser Form der Erziehung Verhaltensnormen und Regeln geben müsse. Eine liebevolle Achtung voreinander sei Kindern und Eltern zu wünschen.“

So sucht sie nach Möglichkeiten, wie die Menschen lernen können, auf Gewalt zu verzichten und erklärt, man müsse bei den Kindern anfangen.

Anschließend erzählt Astrid Lindgren die Geschichte einer Frau. Diese Geschichte ist sehr berühmt geworden. Als sie noch eine junge Mutter war, war es üblich, Kinder noch hart - auch körperlich - zu bestrafen. Als ihr Sohn etwas gemacht hatte, das ihrer Meinung nach eine harte Bestrafung verlangte, forderte sie ihn auf, in den Garten zu gehen und einen Stock zu suchen. Das Kind kam lange nicht zurück. Als er kam, reichte er ihr weinend einen Stein. Als der Junge ihr erklärt habe, dass er keinen Stock gefunden habe, sie aber auch mit einem Stein nach ihm werfen könne, erkannte die junge Mutter, was ihr Sohn gefühlt haben musste. Er glaubte, sie wolle ihm ausschließlich weh tun und das ginge ja auch mit einem Stein. Auch die Mutter begann zu weinen. Umarmte ihr Kind und so weinten sie zusammen. Später legte sie den Stein auf ihr Küchenregal. Er sollte eine Warnung für sie sein, niemals Gewalt anzuwenden.

Astrid Lindgrens Rede wurde berühmt. 2009 erschien ein Kurzfilm unter dem Titel ihrer Rede anlässlich des Weltkindertages.

Ihr Anliegen ist immer noch aktuell. Gewalt gibt es mehr denn je, wir brauchen nur die Nachrichten einzuschalten. Dabei ist das Anliegen von Astrid Lindgren uralt und wohlbekannt: Schon vor über 2000 Jahren werden wir aufgefordert, darauf zu verzichten: „Wer unter euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein.“ Jesus führt uns vor Augen: „Wir machen alle Fehler!“ Keiner von uns sollte darum andere für seine Fehler mit Gewalt bestrafen. Gewalt ist keine Lösung, sondern schafft neue Gewalt, führt zur Eskalation.

Lindgren verweist auf die Macht der Liebe. Auch das kennen wir schon aus der Bergpredigt Jesu. In Liebe Kinder erziehen, fordern letztlich beide.

„Die jetzt Kinder sind, werden ja einst die Geschäfte unserer Welt übernehmen, sofern dann noch etwas von ihr übrig ist. Sie sind es, die über Krieg und Frieden bestimmen werden und darüber, in was für einer Gesellschaft sie leben wollen. In einer, wo die Gewalt nur ständig weiterwächst, oder in einer, wo die Menschen in Frieden und Eintracht miteinander leben.“ – sagt Lindgren in ihrer Rede. Und so hoffen wir, dass die Liebe sich von Generation zu Generation verstärkt und die Gewalt abnimmt. Denn: Niemals Gewalt!!!

Gebet:

Lieber Gott,

du liebst einen jeden Menschen, aber du liebst bestimmt nicht immer, was wir tun. Du bist der Gott der Liebe, aber du liebst bestimmt nicht Hass und Gewalt, Krieg und Streit. Du bist der Gott des Lebens, hilf uns Menschen, dass wir friedlich zusammenleben können. Amen.

Mach mit …

Sammle erneut Steine und beschrifte sie wie in der Geschichte von Astrid Lindgren mit den Worten „Niemals Gewalt“. Gruppiere andere Steine darum, auf denen du Symbole malen kannst oder Begriffe schreibst, die Gewaltlosigkeit zum Ausdruck bringen.

Ein schönes Wochenende und erholsame Faschingsferien mit Zeit für friedensstiftende Aktivitäten

wünscht Eure Religionslehrerin Pfarrerin Dr. Heike Vierling-Ihrig, NKG

13. Wochenimpuls Freitag, 05.02.2021Wochenimpuls14

Worte, die gut tun … - Zeitzeuge Stein

Bibeltext: Jesus sagte: „Wenn diese [meine Jünger] schweigen werden, so werden die Steine schreien.“ (Lukas 19,40)

Auslegung:

Was haben wir, die Steine, schon zu berichten? Wer überhaupt will etwas von uns wissen? Können wir etwas hinausschreien?

Obwohl: Wir wissen eine ganze Menge, wir sind von Anfang an dabei, wir sind die stillen Zeugen.

Jawohl, bei allem sind wir dabei, wir sind sehr überlebensfähig und zu vielem zu gebrauchen!

Denn wir sind uralt, erschaffen vor Jahrmillionen. Wir wurden Hitze und Feuer, Wind und Regen ausgesetzt. Wir wurden unter Druck gesetzt, verschüttet, ausgegraben, hervorgeschleudert, zugerichtet, weggeworfen, man sprengte uns, man spielte mit uns, man verschönte uns, man verbarrikatierte sich hinter uns, man schlug Löcher in uns, man vergaß uns, man gestaltet mit uns, wir dienen zu vielen Zwecken … - kurz: an uns wurde ordentlich gearbeitet, ja, und an uns sind die Zeichen der Zeit zu sehen!

Und dann kommt da jemand, dem sind wir Steine immer wieder wichtig: Jesus Christus. Als Jesus an Palmsonntag in Jerusalem einzieht – ihr erinnert euch auf einem Esel sitzend, die Menge jubelnd und ihn mit Palmzweigen begrüßend – lobte ihn die ganze Menschenmenge lautstark mit dem Ruf: „Gelobt sei, der da kommt, der König, in dem Namen des Herrn! Friede sei im Himmel und Ehre in der Höhe!“ (Lukas 19,18) Doch einigen Gegnern Jesu gefiel nicht, was da gerufen wurde, und sie sprachen ihn an, er solle seine Jünger zum Schweigen bringen. Doch Jesus antwortete ihnen: „Wenn diese [meine Jünger] schweigen werden, so werden die Steine schreien.“ – Wir sollen, wir dürfen, wir können für Gottes Sache schreien??? Wir, die ganz Stummen!!! - Das war dann auch das Schlusswort. Keiner widersprach mehr Jesus.

Wie würde sich das anhören, wenn wir alle gleichzeitig zu schreien anfingen oder zumindest zu sprechen? – Der Lärm wäre nicht auszuhalten!

Welche Wirkung hätte es, wenn wir alle erzählen würden, was wir gesehen, gehört, erlebt und erfahren haben? – Manches Geschichtsbuch müsste umgeschrieben werden?!

Doch endlich ist da jemand der nicht mehr auf unseren Köpfen herumtrampelt oder der uns wegwirft, sondern der uns wahrnimmt, uns beachtet, uns wertschätzt, weiß, was wir wert sein können und uns eine Stimme gibt … - wollt ihr hören was wir euch zu sagen haben? – wollt ihr annehmen, was wir euch geben können, ohne dass ihr dafür die Natur zerstört und Raubbau beginnt?

Gebet:

Lieber Gott,

wir danken dir für die unzählig vielen Steinen, die uns von deiner Schöpfung berichten können.

Manche Steine sind harte Brocken, so dass wir spüren, wie großartig und beständig das ist, was du geschaffen hast.

Manche sind ganz kleine, zunächst unscheinbare Juwelen, die uns vor Augen führen, wie kostbar deine Welt für uns sein kann.

Steine erzählen uns vom Alter deiner Erde, zu der auch wir gehören. Danke, dass wir ein Teil von ihr sind. Amen.

Lied: Ins Wasser fällt ein Stein (EG 648,1+3)

1. Ins Wasser fällt ein Stein, ganz heimlich still und leise.

Und ist er noch so klein, er zieht doch weite Kreise.

Wo Gottes große Liebe in einen Menschen fällt,

da wirkt sie fort in Tat und Wort hinaus in unsre Welt.

3. Nimm Gottes Liebe an. Du brauchst dich nicht allein zu mühn,

denn seine Liebe kann in deinem Leben Kreise ziehn.

Und füllt sie erst dein Leben, und setzt sie dich in Brand,

gehst du hinaus, teilst Liebe aus, denn Gott füllt dir die Hand.

Mach mit …

Beim nächsten Spaziergang mache dich auf die Suche nach ein paar interessanten Steinen. Da gibt es glatte, runde, so groß, dass sie gerade in deine Handfläche passen. Male sie an und nutze sie als Handschmeichler – für dich oder verschenke sie an andere Menschen.

Ein schönes Wochenende mit Zeit für einen „entdeckungsreichen“ Spaziergang

wünscht Eure Religionslehrerin Pfarrerin Dr. Heike Vierling-Ihrig, NKG

12. Wochenimpuls Freitag, 29.01.2021Wochenimpuls10

Worte, die gut tun … - Zeit haben – wie wichtig ist uns das?

Bibeltext: „Meine Zeit steht in deinen Händen.“ (Psalm 31,16)

Auslegung:

Liebe Schulgemeinschaft des NKG,

habt Ihr/Sie schon das Buch „Momo“ von Michael Ende gelesen? Davon gehört oder die Verfilmung angeschaut? Das Buch ist ca.50 Jahre alt, wurde mit dem Deutschen Jugendbuchpreis ausgezeichnet und in viele Sprachen übersetzt. Es ist ein Märchen-Roman; sein vollständiger Titel lautet: „Momo oder Die seltsame Geschichte von den Zeit-Dieben und von dem Kind, das den Menschen die gestohlene Zeit zurückbrachte“. Das Mädchen Momo hat den Mut die grauen Herren, die allen Menschen die Zeit nehmen bzw. stehlen, auszutricksen. Als es den Menschen gelingt, ihre geraubte Zeit zurückzugewinnen, wird ihre Welt wieder bunt und schön. – Ein tolles Buch, ein Klassiker, der nun schon über 50 Jahre nichts an Aktualität verloren hat. Unbedingt zu lesen!

                „Meine Zeit steht in deinen Händen.“ – sagt der Psalmbeter.

„Ich hab keine Zeit!“ – so übertitelt Margot Käßmann ihren folgenden Dialog:

„Sie haben also keine Zeit?“

Nein, ich habe nie Zeit. Ich muss arbeiten, Auto fahren, Dinge erledigen, ich bin immer unter Zeitdruck!“

„Haben Sie auch keine Zeit für ihre Kinder?“

„Du liebe Zeit, ich habe gar keine Zeit, Kinder zu haben. Die brauchen ja dauernd Zeit, die müssen in den Kindergarten, in die Schule, zum Doktor und dann wollen die auch noch dauernd was erzählen oder spielen. Dafür habe ich keine Zeit.“

„Und warum haben Sie keine Zeit?“

„Weil ich arbeiten muss, Geld verdienen, verstehen Sie? Das Unternehmen muss laufen, es muss etwas geschafft werden!“

Und was machen sie dann mit dem Geld, das Sie verdienen?“

„Das gebe ich aus, ist doch klar, zum Beispiel für einen schönen Urlaub.“

„Und was machen Sie dann im Urlaub?“

„Wissen Sie, da freue ich mich dann einfach dran, dass ich mal richtig Zeit habe! Das genieße ich.“

                „Meine Zeit steht in deinen Händen.“ – sagt der Psalmbeter.

Im Buch „Momo“ stellten die Kinder fest, dass ihre Eltern keine Zeit mehr für sie haben und zum Ersatz ihnen teure Spielsachen schenken, die zum Spielen aber gar nicht tauglich sind. Sie kommen zu Momo, weil sie sich von den Eltern im Stich gelassen fühlen und weinen sich bei ihr aus. Doch die Eltern verbieten den Kindern sogar, zu Momo zu kommen, denn sie hätte zu viel Zeit, würde gar dem lieben Gott die Zeit stehlen … Momo aber widerspricht, sie hat die Kinder lieb.

                „Meine Zeit steht in deinen Händen.“ – sagt der Psalmbeter.

Meine Zeit, steht in deinen Händen - wie ist das gemeint? Wie können wir das selbst leben und gestalten? Wir kennen doch auch die Hektik und den Stress des Alltags! Zeit haben – schön wäre es. Wir haben immer mehr technischen Fortschritt und so viele Maschinen, die uns die Arbeit abnehmen und doch haben wir nicht mehr Zeit. Befinden uns in einem Hamsterrad von immer mehr, was zu tun ist, und immer weniger, was uns an Zeit bleibt. – Aber jetzt, wird nicht gerade jetzt dieses Rad gestoppt? Corona bremst uns aus! Vieles ist nicht möglich – Verreisen, Mannschaftssport, Konzerte, Parties usw. Das ist nicht schön! Aber wird uns nicht im Gegenzug auch etwas Positives geschenkt: Zeit, Zeit für uns, Zeit für die Familie, Zeit zum Erholen, Zeit zum familiären kochen, backen, erzählen, vorlesen, basteln, sporteln … – wie wichtig ist uns diese gemeinsame, neu geschenkte Zeit? Was machen wir daraus? Wie genießen wir sie?

                „Meine Zeit steht in deinen Händen.“ – sagt der Psalmbeter.

Vertraut den neuen Wegen – Liedtext von K.P. Hertzsch EG 395,2-3:

„Vertraut den neuen Wegen, und wandet in der Zeit! Gott will, dass ihr ein Segen für seine Erde seid. Der uns in frühen Zeiten das Leben eingehaucht, der wird uns dahin leiten, wo er uns will und braucht.

Vertraut den neuen Wegen, auf die uns Gott gesandt! Er selbst kommt uns entgegen. Die Zukunft ist sein Land. Wer aufbricht, der kann hoffen in Zeit und Ewigkeit. Die Tore stehen offen. Das Land ist hell und weit.“

Zum Wohlfühlen …

„Im Dunkeln scheint ein Licht.

Woher, ich weiß es nicht.

Es scheint so nah und doch so fern.

Ich weiß nicht, wie du heißt.

Was du auch immer seist:

Schimmere, schimmere, kleiner Stern!“

(Nach einem alten irischen Kinderlied)

Ein entspanntes Wochenende mit viel Zeit und Gottes Segen

wünscht Eure Religionslehrerin Pfarrerin Dr. Heike Vierling-Ihrig, NKG

11. Wochenimpuls Freitag, 22.01.2021Wochenimpuls10

Worte, die gut tun … - Vertrauen aufbauen

Bibeltext: „Herr, auf dich traue ich, lass mich nimmermehr zuschanden werden.“ (Psalm 31,2)

Auslegung:

Liebe Schulgemeinschaft des NKG,

Wenn wir darüber nachdenken und ins philosophieren geraten, wie klein wir eigentlich sind und wie kurz unser Leben ist auf unserer Erde bzw. im großen Universum, dann können wir schon einmal auch Angst bekommen. Angst darüber, ob wir überhaupt wahrgenommen werden, von Bedeutung sind, eine Aufgabe haben und und und. - Wir vertrauen aber darauf, dass Gott uns sieht. Der Psalmbeter hat uns vermittelt: Wir dürfen auf Gott vertrauen.

Vertrauen ist eine ganz wichtige Sache im Leben. Bei wikipedia ist Vertrauen kurzgefasst so definiert: „Vertrauen bezeichnet die subjektive Überzeugung von der Richtigkeit, Wahrheit von Handlungen, Einsichten und Aussagen bzw. der Redlichkeit von Personen.“

Zu aller erst vertrauen Heranwachsende ihren Eltern. Wenn es Probleme gibt oder es einem einfach nicht gut geht, wenn es einen Streit gibt oder man mit anderen über Kreuz ist, dann ist es schön, wenn wir uns bei Vater oder Mutter „ausheulen“ können, alles erzählen können und dann Trost und einen guten Rat bekommen. - Manchmal meinen wir aber auch, die verstehen uns nicht; das können wir ihnen gar nicht sagen. Und dann?

Im Laufe der Zeit werden immer stärker Freunde und Freundinnen zu Vertrauenspersonen. Seine geheimsten Geheimnisse vertraut man seiner besten Freundin oder seinem besten Freund an – zunächst den Kinderfreunden, später den Jugendfreunden, dann dem Freund oder der Freundin schlechthin. Wie gut, dass es sie gibt! Aber wehe, sie plaudern etwas aus, erzählen weiter, was verschwiegen bleiben sollte, manchen einem lächerlich. Und dann?

Und dann ist es toll, so finde ich, dass es Gott gibt. Gott kann ich alles immer sagen. Gott hört mir zu und nimmt das Gesagte, so wie es ist. Und dann kann ich im Gespräch mit Gott überlegen, wie es weitergeht, was nun richtig ist und wird.

So ein Gottvertrauen ist prima. Ich, wir werden dann nicht „zuschanden“. Das will sagen, es geht mir, es geht uns trotzdem gut. Es ist nicht alles schlecht. Ich, wir finden einen Weg.

Wenn ich jemanden vertrauen kann, ist das richtig prima. Das tut mir wirklich gut. Darum wünsche ich mir Freundinnen und Freunde, mit denen ich wirklich gut über alles reden kann. Die mir zuhören, die mich ernst nehmen.

Es ist wunderbar, wenn ich jemanden vertrauen kann, aber genauso wenn mir jemand Vertrauen schenkt. Dann will ich alles tun, dass sein Vertrauen nicht enttäuscht wird.

Psalmgebet – Psalm 23, der euch bekannteste Psalm:

„Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln.

Er weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zum frischen Wasser.

Er erquicket meine Seele. Er führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen.

Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück;

Denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich.

Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde.

Du salbest mein Haupt mit Öl und schenkest mir voll ein.

Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang, und ich werde bleiben im Hause des Herrn immerdar.“

Überlege einmal … Was ist Vertrauen? Was schafft Vertrauen?

Vertrauen ist ein großes Wort. Man sagt allgemein, Vertrauen zerstören kann man ganz schnell, Vertrauen aber herstellen, also aufbauen, kann sehr lange dauern und sehr anstrengend sein. Daher: Was ist für dich persönlich Vertrauen? Beschreibe es mit ein paar Stichworten. Warum brauchst du, brauchen Menschen vertrauen? Wie kann jeder von uns an einer vertrauensvollen Gemeinschaft mitwirken oder ihr zuarbeiten?

Ein erholsames Wochenende und Gottes Segen

wünscht Eure Religionslehrerin Pfarrerin Dr. Heike Vierling-Ihrig, NKG

10. Wochenimpuls zur ersten Schulwoche im neuen Jahr – home schoolingWochenimpuls10

Worte, die gut tun … - Neues Jahr, neues ….

Bibeltext: „Denn tausend Jahre sind vor dir wie ein Tag, der gestern vergangen ist, und wie eine Nachtwache.“ (Psalm 90,4)

Auslegung:

Liebe Schulgemeinschaft des NKG,

Tausend Jahre! - Können wir uns diesen Zeitumfang bzw. diese Zeitspanne vorstellen?

Die Geschichtslehrer*innen vermitteln uns, dass vor tausend Jahren die Menschen ganz anders gelebt haben: Fernseher, Zeitung, Internet, Autos … – das gab es alles nicht. Kann ich tausend Jahre denken?

Mir kommt schon ein Jahr sehr lange vor. Jetzt am Anfang überlege ich meistens, was wohl in diesem Jahr alles passieren wird. Was möchte ich alles tun? Wie plane ich mein Jahr? – Es gibt so viele Möglichkeiten.

Wenn vor Gott tausend Jahre wie ein Tag sind, dann gehen die eigentlich sehr schnell für Gott vorbei. So wie für mich ein Tag, Frühstück, Schule, Hausarbeit, Sport, Schlafengehen. Oder für euch Frühstück, Schule, Spielen, Freunde, Abendessen, Schlafengehen. Dann ist für Gott ein Jahr 365 000 Jahre bei uns. Was für eine gewaltige, noch unvorstellbarere Zahl.

Da wird mir ganz schwindelig. Das macht fast Angst. So viele Jahre! Vielleicht ist es das, was Ewigkeit sagen will: Unendlich viel Zeit!!! Jahre über Jahre, die wir gar nicht begreifen können. Noch nicht einmal ein Geschichtsbuch kann drüber schreiben. Endlos, unendlich.

Ich glaube, der Psalmvers will uns klarmachen: Gott sieht viel weiter, als wir sehen können. Wie die Welt ist, was die Pandemie bewirkt, was das große Universum darstellt, was die Zeit bedeutet. Das geht über alles hinaus, was wir uns vorstellen oder erklären können. Aber Gott ist da. Für uns da. Er hat die Welt erschaffen. Er kennt die Ewigkeit. Und Gott sieht auch unser Leben. Er sieht uns auch am Anfang eines neuen Jahres und er verspricht uns – jedem von uns – mit ihm durch das Jahr zu gehen, uns auf unseren Wegen zu begleiten. Nehmen wir dies an und geben Gott einen Platz in unserem Reisegepäck.

Lied:

Wie wichtig Gott jedes Lebewesen ist, zeigt euch folgendes Lied auf, das ihr alle kennt:

Weißt du, wieviel Sternlein stehen an dem blauen Himmelszelt?

Weißt du, wieviel Wolken gehen weithin über alle Welt?

Gott, der Herr, hat sie gezählet, dass ihm auch nicht eines fehlet

an der ganzen großen Zahl, an der ganzen großen Zahl.

Überlege einmal …?

Ein neues Jahr hat gerade angefangen und ist nun 15 Tage alt! Erinnere dich an den ersten Tag bzw. die ersten 15 Tage vom letzten Jahr? Wie lange ist das her? Was hast du in der Zwischenzeit alles erlebt? Geburtstag, Ostern, Sommer, Weihnachten, Lockdown. Was war alles los im letzten Jahr? Worauf freust du dich im neuen Jahr? Was wünscht du dir für das neue Jahr? Hast du auch Angst vor etwas? Erzähl doch mal!

Einen guten Start ins neue Jahr, Gesundheit und viel Erfolg zu und bei allem Gottes reichen Segen und Schutz

wünscht Eure Religionslehrerin Pfarrerin Dr. Heike Vierling-Ihrig, NKG

 

9. Wochenimpuls zum letzten offiziellen Schultag vor den WeihnachtsferienWochenimpuls09

Worte, die gut tun … - statt eines Schulgottesdienstes – Licht der Welt

„Christus spricht: Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben.“ (Johannes 8,12)

„Was ihr getan habt einen von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan.“ (Matthäus 25,40)

Liebe Schulgemeinschaft des NKG,

am Freitag klingelte es an meiner Haustür. Eine katholische Freundin stand vor der Tür mit einer Laterne in der Hand, darin eine brennende Kerze. „Ich möchte dir und deiner Familie das Licht von Bethlehem bringen. Darf ich dieses Licht ins evangelische Pfarrhaus tragen?“ – Natürlich, ich freute mich riesig über dieses so ganz unerwartete Geschenk. Meiner Freundin war es wichtig Ökumene zu leben und ich nahm sie dankbar an.

Das Schenken. Wie wichtig ist es uns in der Weihnachtszeit. Wie gerne erhalten wir Geschenke oder machen andere Menschen eine Freude. Wie schön ist die „Heimlichtuerei“, die Vorfreude auf strahlende Augen … Und dieses Jahr? Wie und was können wir jetzt zu Weihnachten verschenken? Wie können wir anderen eine Freude machen?

Da gab es einmal einen Sketch mit dem Titel „Weihnachtsmann & Co“, darin stritten sich Nikolaus, Weihnachtsmann und das Christkind, wer den Menschen die Weihnachtsgeschenke bringt. Der Weihnachtsmann warf dem Nikolaus vor, er sei viel zu spät dran. Das Christkind belehrte alle, dass es Weihnachten schließlich nur um seinetwegen gäbe und es darum die Geschenke bringt. Der Weihnachtsmann betonte, dass man ihn überall auf den Straßen und Plätzen, in Kaufhäusern und Kinos sehen könnte. Der Bischof Nikolaus hatte zu Lebzeiten arme Menschen beschenkt und bringt noch heute – vor allem Kindern – in der Adventszeit Geschenke. - Es scheint kompliziert zu sein, was es mit Weihnachten und den Geschenken auf sich hat.

Und dann gibt es um das Schenken seit einigen Jahren noch eine neue Variante: das Schrottwichteln. Man verschenkt bzw. wichtelt – also unerkannt – Dinge, die man los werden will, die einem nicht gefallen … an andere Menschen weiter. Ist da noch der eigentliche Sinn des Schenkens enthalten?

Warum machen wir uns an Weihnachten Geschenke? – Weil Gott sich uns Menschen selbst geschenkt hat – in Gestalt von Jesus Christus, dem kleinen Kind in der Krippe. Mit diesem zunächst unscheinbaren Geschenk ist Großes verbunden. Gott schenkt den Menschen sich selbst, seine Liebe, seine Zuversicht, seine Kraft, seine Hoffnung, sein Licht …

Mit der Annahme dieses Geschenkes ist ein Versprechen Gottes verbunden: Ich bin für euch da, ich begleite und beschütze euch, ihr steht unter meinem Segen.

Wir Menschen müssen uns darum um uns selbst keine Gedanken und Sorgen mehr machen. Für uns wird gesorgt! Wir sind gesegnet! – Aber wir dürfen und können nun uns um andere Menschen kümmern, das großartige Geschenk Gottes weiterreichen, darum beschenken wir uns zu Weihnachten, machen Menschen, die uns wichtig sind, Geschenke und bringen Freude und Licht.

Bischof Nikolaus setzte dies um, indem er besonders armen Kindern eine Freude machte. In der katholischen Kirche wurden daher Kinder nur am Nikolaustag beschenkt. Martin Luther erfand als Gegenpol das Christkind. Seither setzte sich das Beschenken an Weihnachten immer stärker durch. Der Weihnachtsmann ist lediglich eine Erfindung der Wirtschaft, um das Weihnachtsgeschäft anzukurbeln.

Auf dem digitalen Wege möchte ich allen, die mit dem NKG verbunden sind, das „Friedenslicht aus Bethlehem“ weiterschenken. Es steht unter dem Motto „Frieden überwindet Grenzen“. Das Friedenslicht wurde am Geburtsort Jesu entzündet und wird als Friedenszeichen weitergereicht. Zu Weihnachten brennt es in verschiedenen katholischen Kirchen auch unserer Region, kann dort geholt und weitergegeben werden.

Gebet:

Barmherziger Gott,

ich warte auf dein Licht. Ich vertraue darauf: Du stehst mir bei. Du bist immer für mich da. Du gibst mir Hoffnung und Kraft – auch, wenn es in mir dunkel ist. Dann wird es in mir hell – so hell wie der weihnachtliche Glanz. Ich freue mich auf Weihnachten. Amen.

Lied:

Kanon (EG 545): Mache dich auf und werde Licht. Mache dich auf und werde Licht. Mache dich auf und werde Licht, denn dein Licht kommt.

Ein besinnliches Weihnachtsfest und alles erdenklich Gute für das Neue Jahr, Gesundheit und Gottes Segen und Geleit wünscht

Eure Religionslehrerin Pfarrerin Dr. Heike Vierling-Ihrig, NKG

8. Wochenimpuls Freitag, 12.12.2020Tuer

Worte, die gut tun … - Offene Türen im Advent!!!

 

 Bibeltext:

 

„Herr, mein Gott, du bist sehr herrlich; du bist schön und prächtig geschmückt. Licht ist dein Kleid, das du anhast.“ (Psalm 104, 1-2)

 

Auslegung:

 

Hallo zusammen,

 

Wann fängt eigentlich Weihnachten an? – Habt ihr euch diese Frage schon einmal gestellt? – Welche Antworten sind möglich? – Mit Heilig Abend, dem 1. Advent, den Weihnachtsferien oder mit den ersten Lebkuchen in den Supermärkten? Oder gar erst, wenn der ganze „Rummel“ vorbei ist? – Dieses Jahr verläuft die Advents- und Weihnachtszeit durch Corona etwas anders ab! Darum meine Frage? – Wann fängt Weihnachten für dich an? – Rolf Krenzer fand folgende Antwort:

 

„Wenn der Schwache dem Starken die Schwäche vergibt,

 

wenn der Starke die Kräfte des Schwachen liebt,

 

wenn der Habenichts teilt,

 

wenn der Laute bei dem Stummen verweilt und begreift, was der Stumme ihm sagen will,

 

wenn das Leise laut wird und das Laute still,

 

wenn das Bedeutungsvolle bedeutungsvoll, das scheinbar Unwichtige wichtig und groß,

 

wenn mitten im Dunkel ein winziges Licht Geborgenheit, helles Leben verspricht

 

und du zögerst nicht,

 

sondern du gehst, so wie du bist, darauf zu,

 

dann, ja dann fängt Weihnachten an.“

 

Vielleicht sollte ich meine Frage neu formulieren: Wann hast du Zeit für Weihnachten? Oder: Wann bist du bereit für Weihnachten? – Nimm dir doch einfach mal ein Blatt Papier zur Hand und schreibe auf, was dir hierzu spontan einfällt. Lege dein Blatt für einen Tag zur Seite und schau es dir erneut an, sortiere dabei deine Antworten. Was fällt dir auf? – Nun schreibe das Gedicht von Rolf Krenzer weiter oder bearbeite es, so wie es zu dir passt.

 

Wann fängt Weihnachten an? – Wenn Gottes Licht uns erfasst und uns aus der Dunkelheit und Betrübnis, aus Sorge und Angst, aus Einsamkeit und Ungewissheit befreit?!

 

Ich wünsche euch, dass es in euch „Weihnachten“ werden kann.

 

 Gebet:

 

Barmherziger Gott, manchmal ist es ganz dunkel in mir, dann habe ich Angst oder Kummer. Schenke mir Mut, mit Menschen, denen ich vertrauen kann, darüber zu sprechen. Manchmal vergesse ich, du hast uns den Glauben geschenkt, so erwarte ich das Kommen deines Sohnes Jesus Christus voller Freude. Mache mich bereit und sei mit mir in dieser besonderen Adventszeit. Amen.

 

Mach mit!

 

Zünde (unter allen Vorsichtsmaßnahmen) in einem dunklen Raum eine Kerze an. Du wirst staunen, wie eine einzelne kleine Kerze einen ganzen Raum erleuchten kann. Mit jeder weiteren (Advents-)Kerze wird der Raum noch etwas heller. So, wie diese eine Kerze den Raum hell macht, lässt Gott unsere Finsternis hell werden.

 

 

 

Ein schönes drittes Adventswochenende und herzliche Grüße

 

Eure Religionslehrerin Pfarrerin Dr. Heike Vierling-Ihrig, NKG

 

Tuer

7. Wochenimpuls Freitag, 4.12.2020

Worte, die gut tun … - Offene Türen im Advent!!!

Bibeltext:

„Machet die Tore weit und die Türen in der Welt hoch, dass der König der Ehre einziehe! Wer ist der König der Ehre? Es ist der Herr, stark und mächtig, der Herr, mächtig im Streit.“ (Psalm 24, 7-8)

Auslegung:

Hallo zusammen,

den Bibeltext den ich für heute ausgesucht habe, ist wiederum ein Ausschnitt aus Psalm 24. Er ist die Grundlage für ein sehr bekanntes Adventslied: „Macht hoch die Tür die Tor macht weit“, hier nun der zweite Vers:

„Er ist gerecht, ein Helfer wert, Sanftmütigkeit ist sein Gefährt, sein Königskron ist Heiligkeit, sein Zepter ist Barmherzigkeit; all unsre Not zum End er bringt, derhalben jauchzt mit Freuden singt: Gelobet sei mein Gott, mein Heiland groß von Tat.“

Zum zweiten Advent möchte ich euch eine moderne Version zu Psalm 24 zukommen lassen. Sie liest sich wie eine kurze Meditation. Ihr könnt sie zu Hause auch in der Familie zusammen im Wechsel sprechen:

Macht die Türen auf

Mach die Tore weit

Und die Türen in der Welt auf.

                Laßt sie neu einziehen in die Welt: die Achtung.

Ist Gott nicht zu uns gekommen,

unscheinbar und verachte, in einem Kind,

damit wir die Achtung neu lernen?

Mach die Tore weit

Und die Türen in der Welt auf.

                Laßt sie neu einziehen in die Welt: die Hoffnung.

                               Hat Gott sie nicht neu entzündet unter uns;

                               Ein Licht, das sich ausbreitet?

Mach die Tore weit

Und die Türen in der Welt auf.

                Laßt sie neu einziehen in die Welt: die Gerechtigkeit.

                               Vor Falschheit und Trug aber

                               Haltet die Türen fest verschlossen.

Mach die Tore weit

Und die Türen in der Welt auf.

                Laßt Menschen neu zueinander finden.

                               Ja, dass Menschen sich menschlich begegnen,

dazu brecht die Riegel ab

und baut die Schlösser aus.

Mach die Tore weit

Und die Türen in der Welt auf,

und ihr werdet Gottes Segen empfangen. (Klaus Bastian)

Gebet:

Treuer Gott,

öffne du in uns die Türen zu dir,

auf dass dein Sohn auch in unsere Herzen einziehen kann.

So segne und behüte uns der dreieinige Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist. Amen.

Nicht vergessen!

Am Sonntag ist nicht nur der zweite Advent, sondern auch Nikolaustag.

Der heilige Nikolaus war ein großer Kinderfreund. Im Mittelalter brachte er am Nikolaustag den Kindern heimlich Geschenke.

Ein schönes zweites Adventswochenende und herzliche Grüße

Eure Religionslehrerin Pfarrerin Dr. Heike Vierling-Ihrig, NKG

 

Tuer6. Wochenimpuls Freitag, 27.11.2020

Worte, die gut tun … - Offene Türen im Advent!!!

 Bibeltext:

„Machet die Tore weit und die Türen in der Welt hoch, dass der König der Ehre einziehe! Wer ist der König der Ehre? Es ist der Herr Zebaoth, er ist der König der Ehre.“ (Psalm 24, 9-10)

Auslegung:

Hallo zusammen,

den Bibeltext den ich für heute ausgesucht habe, kennt ihr alle. Er ist die Grundlage für ein sehr bekanntes Adventslied:

„Macht hoch die Tür die Tor macht weit, es kommt der Herr der Herrlichkeit,

ein König aller Königreich, ein Heiland aller Welt zugleich,

der Heil und Leben mit sich bringt; der halben jauchzt, mit Freuden sing:

Gelobet sei mein Gott, mein Schöpfer reich von Rat.“

Und das wünschen wir uns doch alle, Türen öffnen im Advent, besonders am Adventskalender, wenn eine kleine Überraschung oder eine Süßigkeit uns erfreut.

Doch dieses Jahr wird so manche Tür auch vorübergehend geschlossen bleiben – Coronabedingt! Und überhaupt werden wir über das Jahr hinweg auch so manche Tür geschlossen haben, zufallen haben lassen oder vielleicht sogar bewusst und voller Zorn, Wut oder Frust zugeschmissen oder gar zugeknallt haben. Von daher:

Welche Türen kann ich besonders gut zuknallen? Wem knalle ich die Tür gerne vor der Nase zu?

Ich kann auf vielerlei Weise Türen zufallen lassen: Die Türen des Herzens, die Türen des Verstandes, die Türen des Lebensmutes, die Türen der Seele.

Türen schlage ich zu: Weil ich mich ärgere, weil ich wütend bin, weil ich meine Macht demonstriere, weil ich ohnmächtig bin, weil ich einen Menschen abweise.

Wenn ich Türen zuschlage, dann bleibt jemand draußen stehen, dann wird ein Gespräch unmöglich, dann verstehen wir uns nicht, dann schotte ich mich ab, dann will ich meine Ruhe haben, dann geht eine Beziehung in die Brüche, dann werden neue Möglichkeiten abgewürgt.

Ja, wir können die Türen des Herzens zuschlagen.

Auch können wir die Türen des Verstandes zuschlagen.

Zudem können wir die Türen des Lebensmutes zuschlagen.

Und wir können die Türen der Seele zuschlagen.

 

Dann herrscht Dunkelheit und Stille.

 

So finster wird es, wenn wir die Türen schließen. So unheimlich wird das Leben für uns. Wenn wir Gott die Tür zuknallen, wenn wir ihm die Ankunft in unserem Leben nicht erlauben, dann beginnen sich alle Türen zu schließen.

Advent sagt uns:

So ist es oft im Leben,

auch wenn wir es bewusst nicht wahrnehmen. Darum haben Menschen im Advent besonders nach Gott gerufen, er möge die Türen, die wir nicht mehr öffnen können, von seiner Seite her aufmachen.

Gott öffnet die Tür in seinem Sohn Jesus Christus. Jesus Christus selbst ist die Tür. – „Ich bin die Tür; wenn jemand durch mich hineingeht, wird er selig werden …“ (Johannes 10,9). Heißen wir Jesus willkommen …

Gebet:

Guter Gott,

manchmal ist es ganz dunkel in mir. Dann habe ich Angst oder Kummer, schlage die Tür hinter mir zu und will alleine sein. Ich bitte dich, hilf mir meine Tür wieder zu öffnen. Gib mir Mut, mit Menschen, denen ich vertrauen kann, darüber zu reden. Schenke mir Kraft, neu anzufangen. Amen.

Mach mit!

Wo kannst du selbst Türen öffnen – für dich oder für andere Menschen?

Was braucht es, um Türöffner zu sein?

Ein schönes erstes Adventswochenende und herzliche Grüße

Eure Religionslehrerin Pfarrerin Dr. Heike Vierling-Ihrig, NKG

Wochenimpuls Nr45. Wochenimpuls Freitag, 20.11.2020 Worte, die gut tun ... Herzenssache

Bibeltext: Zwei mir wichtige Verse aus den Psalmen:

„Ich danke dem Herrn von ganzem Herzen und erzähle alle deine Wunder.“ (Psalm 9,2)

„Wie lange soll ich sorgen in meiner Seele und mich ängstigen in meinem Herzen täglich?“ (Psalm 13,3)

Auslegung:

Hallo zusammen,

heute möchte ich mich mal zu Wort melden! Spürst du mich gerade? – Nein! – Also, wenn du mal in dich hineinhörst und dabei deine Ohrstöpsel weglegst, dann bemerkst du mich. Oft verhalte ich mich ruhig, ich kann aber auch kräftig schlagen und auch losrasen.

Auf ganz unterschiedliche Weise, mache ich auf mich aufmerksam. So können mich die Menschen spüren. So bin ich mal schwer, mal leicht, mal eng, mal weit, mal weich, mal hart, mal kalt, mal warm.

Na, hast du herausgefunden, wer ich bin? – Gut! – Ich bin also dein Herz. Schlage in dir, tue meine Aufgabe und habe ja eigentlich auch nichts zu sagen. Ich halte deinen Kreislauf in Schwung, eine wichtige Aufgabe, die ich in jeder Sekunde deines Lebens gewissenhaft ausführe. Du kannst dich auf mich verlassen.

Leider weiß ich nicht, wie du über mich bzw. meine Arbeit denkst. – Für mich jedenfalls ist es ein Wunder – allein meine Beschaffenheit und meine Wirkung. Als relativ kleines Organ kann ich einen ganzen Körper am Leben erhalten. Ich bin Gott sehr dankbar, dass er mich so geschaffen hat. Jeder Herzschlag berichtet von diesem Wunder.

Aber dennoch gibt es auch etwas, das mich belastet. Eigentlich möchte ich gerne gut gelaunt vor mich hinschlagen, fröhlich und entspannt sein, doch das schaffe ich nicht immer.

Ich habe festgestellt, immer wenn du Angst vor etwas hast und dir etwas Sorgen machst, dann habe auch ich ein so komisches Gefühl und mir fällt es schwerer zu schlagen. Das kann geschehen, wenn es in der Schule nicht so gut läuft, du Stress mit den Eltern hast oder dir jemand oder etwas Angst macht, wenn du dich um einen lieben Menschen sorgst. Kurz, wenn du dich einsam und alleine fühlst, „von Gott und der Welt“ verlassen.

Irgendwie sind wir miteinander verbunden. Deine Empfindungen und Gedanken beeinflussen mich und lassen mich alles andere als kalt. Ist das nicht eigenartig? Manchmal ist es fast sonderbar, wenn es dir gar nicht besser gehen will, möchte ich dir so gerne helfen. Dann hoffe und wünsche ich für dich, dass du einen Menschen findest, der für dich Zeit hat, der für dich da ist, der dir zuhört, der dich versteht und der dir hilft. Ich weiß, dass das uns beiden gut tut. Wenn es dir besser geht, geht es auch mir wieder leichter.

Gebet:

Guter Gott,

danke, dass du mich so toll geschaffen hast. Alles gibst du mir, was ich zum Leben brauche. Gib mir auch ein weites und offenes Herz, dass ich dies spüren kann – immer wieder neu.

Aber manchmal habe ich auch Angst und mache mir Sorgen, dann wird mir ganz mulmig und mein Herz schlägt ganz schnell. Doch du hilfst mir tragen. Danke lieber Gott, dass du mich und mein Herz entlastest. Amen.

Mach mit!

Ein Herz schlägt am Tag ca. 100 000 Mal. Das sind in einem Jahr wie viele Schläge? Wie oft hat es geschlagen, bis ihr ins NKG gekommen seid und wie oft bis ihr es mit dem Abitur verlassen werdet? – Die Zahlen kannst du dir kaum vorstellen! Ist der Mensch nicht doch eigentlich ein Wunder?! Zumal, wenn man bedenkt, was auf ein Herz im Laufe seines Lebens an Schönem, aber auch an Schwerem auf es einwirken.

Schönes Wochenende und herzliche Grüße

Eure Religionslehrerin Pfarrerin Dr. Heike Vierling-Ihrig, NKG

Wochenimpuls Nr44. Wochenimpuls Freitag, 13.11.2020 Worte, die gut tun … - Barmherzigkeit – alles andere als ein veralteter Begriff!!!

Bibeltext:

„Selig sind die Barmherzigen; denn sie werden Barmherzigkeit erlangen.“ (Matthäus 5,7)

Auslegung:

Hallo zusammen,

„Selig sind die Barmherzigen; denn sie werden Barmherzigkeit erlangen.“ – Barmherzigkeit, was ist das? Ein altes Wort. Na und? Wen interessiert’s! – Doch selbst, wenn ich mich nur bei wikipedia schlau machen würde, finde ich unglaublich viel zu diesem Begriff. Der Eintrag beginnt: „Die Barmherzigkeit (Lehnübersetzung von lateinisch misericordia) ist eine Eigenschaft des menschlichen Charakters. Eine barmherzige Person öffnet ihr Herz fremder Not und nimmt sich ihrer mildtätig an.“

Barmherzigkeit ist zudem eine der Haupttugenden aller fünf großen Weltreligionen und gilt damit für Gläubige als wichtigste Pflicht. Zudem wird die Barmherzigkeit Gottes als hervorragende Eigenschaft Gottes im Judentum, Christentum und Islam betont.

Was aber ist Barmherzigkeit? – Nicht Mitleid, sondern gelebte Nächstenliebe oder Humanität, die durch eine barmherzige Handlung einen Menschen zu seinem Nächsten macht. Motor dazu ist eine existentielle innere Betroffenheit, das Herz reagiert und motiviert zum Handeln. Und der Motor wiederum wird angetrieben durch die Barmherzigkeit Gottes, die der Mensch durch die Gottesliebe erhalten hat und immer wieder erhält – so das christliche Verständnis.

Und das trägt Früchte! Die von Gott erfahrene Barmherzigkeit motivierte zum Handeln Einzelner wie Gruppen. Die zwei größten Organisationen in Deutschland sind Caritas (katholisch) und Diakonie (evangelisch). An das Wirken einer einzelnen Person wird jedes Jahr in diesen Tagen erinnert: Martin von Tours, uns bekannt als St. Martin oder heiliger Martin. Martin wird um 316 n.Chr. im heutigen Ungarn geboren und wird wie sein Vater ein römischer Armeeoffizier– so die Überlieferung. Schon in der Armee wirkt Martin mildtätig und lindert Not um sich herum. Bekannter ist uns die Geschichte der Mantelteilung. Weniger bekannt hingegen die Geschichte von Martins Traum. Jesus selbst erscheint Martin im Traum und dankt ihm für seine Barmherzigkeit. Was Martin dem armen Bettler an Gutem getan hat, das hat er Jesus selbst getan – so kann dieser Traum gedeutet werden. Im Matthäusevangelium 25,40 sagt Jesus: „Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan.“ Später verlässt Martin die Armee, er wird zunächst Mönch, dann Bischof. Er bleibt sein Leben lang barmherzig, lässt sein Herz sprechen und handelt mildtätig. Am 8.11.397 stirbt er, wird am 11.11. beigesetzt und bald darauf heilig gesprochen. Seine Wirkungsgeschichte ist bis heute groß. Der Martinstag ist in Mitteleuropa von vielen Bräuchen geprägt, wie dem Martinsumzug, dem Martinssingen, der Martinsbrezel oder dem Martinsganzessen. Mit allen Bräuchen wird Martins Barmherzigkeit aufgezeigt und er selbst zum Vorbild: In der dunklen und kalten Jahreszeit darf es Menschen warm ums Herz werden.

Ich wünsche, dass wir alle zumindest ein kleiner Martin sind und unser Herz für die Not anderer Menschen sich erwärmt.

Gebet:

Barmherziger Gott,

ich wünsche mir ein einfühlsames Herz, das schmerzt, wenn jemand leiden muss, und weint, wenn jemand sich in Not befindet.

ich wünsche mir ein gütiges Herz, das sich freut, wenn es dem anderen gut geht, und zufrieden ist, wenn auf Erden Frieden kommt. Amen.

Mach mit!

Bastle für dich oder mit deiner Familie Martinsschmuck bzw. Martinsbeleuchtung für ein Fenster deines Zimmers, bestehend aus Lichterketten und transparentem Papier. Jeden Abend im November darf es leuchten und ein klein wenig Wärme und Licht in der kalten und dunklen Jahreszeit dir, deiner Familie und allen vorübergehenden Menschen schenken.

Schönes Wochenende und herzliche Grüße

Eure Religionslehrerin Pfarrerin Dr. Heike Vierling-Ihrig, NKG

 

Worte, die gut tun … - Gottes Segen ist mit uns!!!

handbildBibeltext:

„Und er herzte sie und legte die Hände auf sie und segnete sie.“ (Markus 10,16)

Auslegung:

Hallo zusammen,

„Und er herzte sie und legte die Hände auf sie und segnete sie.“ Dieser Vers aus dem Markusevangelium beendet einen ganz wichtigen Abschnitt des Neuen Testament: Die Segnung der Kinder.

Eltern hatten sich mit ihren Kindern auf den Weg zu Jesus gemacht, denn sie wollten, dass Jesus ihre Kinder segnet. - Den Segen Gottes zu empfangen, war den Eltern für ihre Kinder sehr wichtig. Warum? Der über einen Menschen gesprochene Segen ist eine in Wirkung gesetzte Macht, die sich nicht mehr aufhalten oder zurücknehmen lässt. Davon berichtet schon die Bibel im 1. Buch Mose 27: Obwohl Jakob sich von seinem Vater den Erstgeburtssegen erschlichen hat, blieb er ihm erhalten. Zum Segnen gehören auch entsprechende Handlungen wie das Händeauflegen. Gottes Segen gilt den Menschen als höchstes Glück.


Und nun will eine Gruppe von Eltern ihre Kinder zu Jesus zum Segnen bringen. Doch was geschieht? – Die Jünger Jesu weisen sie ab. Kinder hätten bei Jesus nichts verloren. Sie sind zu klein, verstehen noch nichts, sind unwichtig, stören und überhaupt … Die Jünger Jesus zeigen eigentlich für damalige Verhältnisse ein ganz typisches Verhalten. Aber Jesus sieht es anders! Er blamiert, ja schockiert wahrscheinlich auch seine Jünger, indem er alle ihre bisherigen Wertvorstellungen mit den Worten über Bord wirft: „Lasst die Kinder zu mir kommen und wehrt ihnen nicht; denn solchen gehört das Reich Gottes.“ Und er zeigt, wie ernst und wie unumstößlich er dies meint, indem er behauptet: „Wahrlich, ich sage euch: Wer das Reich Gottes nicht empfängt wie ein Kind, der wird nicht hineinkommen.“

Damit war der Weg für die Eltern mit ihren Kindern frei! Jesus und die Kinder konnten sich treffen, sich gegenseitig kennenlernen, miteinander reden und spielen, lachen und vielleicht auch Späße machen. Wie sehr Jesus Kinder mag und liebt, wird im Bibeltext mit dem Wort „herzen“ ausgedrückt. Wie sehr er Kinder zudem wertschätzt und respektiert bzw. für wichtig erachtet mit dem Händeauflegen und Segnen. Das Glück war für die Kinder und ihre Eltern schier ‚unglaublich‘ groß. Der Segen für ihre Kinder unumstößlich.

Segen – wer braucht ihn nicht! Gesegnet zu sein – ein gutes Gefühl! Zu segnen – im Namen Gottes allen Christen erlaubt. So wünsche ich euch gesegnete Hände, die den Segen Gottes weiterschenken.

Gebet:

Lieber Gott, deinen Segen hast du uns versprochen. Hände hast du uns gegeben. Schenke uns segnende Hände, die nicht verletzen, sondern heilen, die nicht zerstören, sondern aufbauen, die nicht aufgeben, sondern helfen. Segne uns. Amen.

Sing oder sprich mit!

Ein Segenslied (EG 581):

  1. Segne uns, o Herr! Lass leuchten dein Angesicht, über uns und sei uns gnädig ewiglich!
  2. Segne uns, o Herr! Deine Engel stell um uns! Bewahre uns in deinem Frieden ewiglich!
  3. Segne uns, o Herr! Lass leuchten dein Angesicht, über uns und sei uns gnädig ewiglich!

Das Lied wurde nach dem aaronitischen Segen getextet. Er steht im 4. Buch Mose 6,24-26: „Der Herr segne dich und behüte dich; der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig; Der Herr hebe sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden.“ Evangelische wie katholische Gottesdienste enden zumeist mit diesem Segenswort. Der Pfarrer bzw. die Pfarrerin oder der Priester heben, während sie den Segen den Menschen zusprechen, meistens die Hände und zeichnen ein Kreuz mit ihren Händen.

Wusstest du und kennst du schon ...? – Den Wuschel- oder Handsegen.

Auch heute noch lassen Eltern ihre Kinder segnen und zwar mit der Taufe. In katholischen Familien gibt es zudem den Brauch, dass, bevor ein Kind das Haus verlässt, es von seinen Eltern gesegnet wird. Die Eltern zeichnen mit ihrer Hand in die Hand des Kindes (oder auf die Stirn) ein Kreuz und sprechen dazu: „Gott segne dich“. Daneben gibt es die moderne Form des Wuschelsegens: Man streichelt mit den Händen das Haar des Kindes bzw. wuschelt durch die Haare und spricht dabei ebenfalls „Gott segne dich“. – Man darf es nachmachen! Ihr könnt eure Eltern darum bitten. Es ist nicht peinlich, sondern tut gut, gibt Kraft, Mut und Zuversicht.

Schönes Wochenende und herzliche Grüße

Eure Religionslehrerin Pfarrerin Dr. Heike Vierling-Ihrig, NKG

 

handbildWorte, die gut tun … - Wir packen es an!!!

Bibeltext:

„Und der Herr, unser Gott, sei uns freundlich und fördere das Werk unserer Hände bei uns. Ja, das Werk unserer Hände wollest du fördern!“ (Psalm 90,17)

Auslegung:

Was können wir nicht alles mit unseren Händen machen? – Vom Zähneputzen am Morgen bis zum sich Zudecken am Abend eine ganze Menge: Frühstück und Pausenbrot zubereiten, kochen und backen, aufräumen und putzen, schreiben und malen, sporteln und musizieren, auch zum Erzählen und Lachen benutzen wir unsere Hände… - unüberlegt oder bewusst eingesetzt, selbstverständlich oder gezielt sind unsere Hände tätig.

Immer noch ist Erntezeit, während die Trauben schon geerntet sind, ist die Kartoffel- und Apfelernte noch im vollen Gange. Im Herbst sehen wir zumeist „unserer Hände Werk“ und danken Gott mit dem Erntedankfest, das wir dieses Jahr etwas stiller mancherorts Anfang Oktober gefeiert haben. Zur Erntezeit wird vielen Menschen deutlich, dass unsere Hände zwar viel bewirken können, aber dass der „Anlasser“, der Startknopf für unsere Hände und ihr Werk nicht allein in uns liegt, sondern bei Gott. Der Psalmbeter beschreibt ihn als Freund und Förderer unserer Werke, als Antriebshilfe und Starter.

Und das Produkt unserer Hände kommt uns und/oder unseren Mitmenschen zu Gute: Mein sorgfältig gemaltes Bild poliert meine BK-Note, erfreut aber auch in einer Ausstellung andere Menschen, ein Musikstück ebenso. Ein liebevoll zubereitetes Abendessen, schmeckt nicht nur mir, sondern auch der Familie gut und lässt uns vielleicht auch einen schönen Abend zusammen erleben.


Ach ja, und Türen aufmachen und schließen können wir auch mit unseren Händen. Wie können dadurch Neues beginnen, aber auch Altes hinter uns lassen. Wir können neue Räume betreten und darin uns noch unbekannte Menschen kennenlernen, Gemeinschaften pflegen, Menschen unterstützen, die Hilfe brauchen …

Jeder von uns hat mit Beginn dieses Schuljahres die Tür zum NKG aufgemacht; wir haben uns damit auf ein neues Schuljahr eingelassen, das wir nun gemeinsam gestalten werden. Manche von uns haben erstmals die Tür zum NKG geöffnet, neben den Fünftklässlern auch Schulwechsler und neue Lehrkräfte, darunter ich selbst. Es ist spannend Neuraum zu betreten, eine Schule mit Räumen, Lehrern und Schülern, in der man nun mit seinem Kopf und seinen Händen Neues gestalten darf. Was wollt ihr, was wollen wir mit Kopf und Hand in diesem Schuljahr erschaffen? Was haben wir uns vorgenommen bzw. geplant und können es in die Tat umsetzen? Schränkt uns nicht Corona mächtig ein? Bremst uns aus? In der Tat: Die Hände dürfen wir uns zur Begrüßung nicht reichen. Eine selbstverständliche Geste ist plötzlich verboten und lässt uns unhöflich erscheinen. Doch gibt es Ersatzhandlungen: Wir können uns zuwinken, Handzeichen geben und vieles mehr. Kreativ und flexibel lassen sich unsere Hände trotz Abstand einsetzen und mit ihnen so manches gestalten. Packen wir es an! Hilfe dürfen wir dazu erbitten bzw. ist uns bereits versprochen: „Gott, sei uns freundlich und fördere das Werk unserer Hände“.

Danke, dass wir mit Gottes Hilfe so viel Neues erschaffen können, danke, dass wir durch Gottes Hilfe mutig sagen können: Wir packen es an!

Gebet:

Lieber Gott, danke, dass du uns Hände mit 10 Fingern geschenkt hast. So viel können wir damit tun - für uns und andere Menschen. Hilf uns mit unseren Händen Gutes zu gestalten. Amen.

Mach mit!

Gestalte eine Collage mit den Händen deiner Familie. Bepinsle die Hände mit verschiedenen Farben und drücke sie auf ein weißes Blatt Papier. Schreibe zu den jeweiligen Händen, was sie alles machen, bewirken, anfertigen, Gutes tun …

Schöne Herbstferien und herzliche Grüße

Eure Religionslehrerin Pfarrerin Dr. Heike Vierling-Ihrig, NKG

 

8. Wochenimpuls Freitag, 12.12.2020

Worte, die gut tun … - Offene Türen im Advent!!!

Bibeltext:

„Herr, mein Gott, du bist sehr herrlich; du bist schön und prächtig geschmückt. Licht ist dein Kleid, das du anhast.“ (Psalm 104, 1-2)

Auslegung:

Hallo zusammen,

Wann fängt eigentlich Weihnachten an? – Habt ihr euch diese Frage schon einmal gestellt? – Welche Antworten sind möglich? – Mit Heilig Abend, dem 1. Advent, den Weihnachtsferien oder mit den ersten Lebkuchen in den Supermärkten? Oder gar erst, wenn der ganze „Rummel“ vorbei ist? – Dieses Jahr verläuft die Advents- und Weihnachtszeit durch Corona etwas anders ab! Darum meine Frage? – Wann fängt Weihnachten für dich an? – Rolf Krenzer fand folgende Antwort:

„Wenn der Schwache dem Starken die Schwäche vergibt,

wenn der Starke die Kräfte des Schwachen liebt,

wenn der Habenichts teilt,

wenn der Laute bei dem Stummen verweilt und begreift, was der Stumme ihm sagen will,

wenn das Leise laut wird und das Laute still,

wenn das Bedeutungsvolle bedeutungsvoll, das scheinbar Unwichtige wichtig und groß,

wenn mitten im Dunkel ein winziges Licht Geborgenheit, helles Leben verspricht

und du zögerst nicht,

sondern du gehst, so wie du bist, darauf zu,

dann, ja dann fängt Weihnachten an.“

Vielleicht sollte ich meine Frage neu formulieren: Wann hast du Zeit für Weihnachten? Oder: Wann bist du bereit für Weihnachten? – Nimm dir doch einfach mal ein Blatt Papier zur Hand und schreibe auf, was dir hierzu spontan einfällt. Lege dein Blatt für einen Tag zur Seite und schau es dir erneut an, sortiere dabei deine Antworten. Was fällt dir auf? – Nun schreibe das Gedicht von Rolf Krenzer weiter oder bearbeite es, so wie es zu dir passt.

Wann fängt Weihnachten an? – Wenn Gottes Licht uns erfasst und uns aus der Dunkelheit und Betrübnis, aus Sorge und Angst, aus Einsamkeit und Ungewissheit befreit?!

Ich wünsche euch, dass es in euch „Weihnachten“ werden kann.

Gebet:

Barmherziger Gott, manchmal ist es ganz dunkel in mir, dann habe ich Angst oder Kummer. Schenke mir Mut, mit Menschen, denen ich vertrauen kann, darüber zu sprechen. Manchmal vergesse ich, du hast uns den Glauben geschenkt, so erwarte ich das Kommen deines Sohnes Jesus Christus voller Freude. Mache mich bereit und sei mit mir in dieser besonderen Adventszeit. Amen.

Mach mit!

Zünde (unter allen Vorsichtsmaßnahmen) in einem dunklen Raum eine Kerze an. Du wirst staunen, wie eine einzelne kleine Kerze einen ganzen Raum erleuchten kann. Mit jeder weiteren (Advents-)Kerze wird der Raum noch etwas heller. So, wie diese eine Kerze den Raum hell macht, lässt Gott unsere Finsternis hell werden.

Ein schönes drittes Adventswochenende und herzliche Grüße

Eure Religionslehrerin Pfarrerin Dr. Heike Vierling-Ihrig, NKG

 

Drucken E-Mail

Polenfahrt

Seit nunmehr fast 30 Jahren besteht unser Schüleraustausch mit der Schule I Liceum Ogólnoksz­tałcące im polnischen Leszno, einer Stadt von ca. 64000 Einwohnern, ungefähr 300 km südöstlich von Berlin zwischen Posen und Breslau gelegen. In dem Bestreben ins Leben gerufen, nach dem Zusammenbruch des Kommunismus in Osteuropa und der deutschen Wiedervereinigung die Aus­söhnung zwischen den beiden Ländern voranzutreiben, ist der Austausch auch heute unverzichtba­rer Bestandteil unserer schulischen Tradition. Wir möchten, dass die Schülerinnen und Schüler bei­der Länder die Menschen und die Kultur ihres Nachbarlandes kennenlernen, Freundschaften schlie­ßen, Gemeinsamkeiten erfahren und Vorurteile überwinden. Angesichts der gemeinsamen Geschich­te unserer Länder und der Herausforderungen, vor die uns die Gegenwart stellt, halten wir dies für wichtiger denn je.

Zu diesem Zweck laden wir die Schülerinnen und Schüler der 9. Klasse herzlich ein, sich an dem Austausch zu beteiligen, der grundsätzlich auf eine Woche angelegt ist. In der Regel besuchen uns die polnischen Gäste im Mai, unser Gegenbesuch erfolgt im September, zu Beginn der 10. Klasse. Über die Teilnahme am Unterricht des jeweiligen Gastlandes, Fieldtrips in die nähere oder fernere Umgebung (beispielsweise Karlsruhe oder Frankfurt in Deutschland, Danzig oder Breslau in Po­len), gemeinsame Workshops, den Besuch wichtiger kultureller Einrichtungen, vor allem aber das Leben in der Gastfamilie werden unschätzbare Erfahrungen gemacht und Freundschaften für das Leben sind keine Seltenheit.

Unterstützt wird der Austausch vom Deutsch-Polnischen Jugendwerk, sodass sich die Kosten für die beteiligten Schülerinnen und Schüler in einem überschaubaren Rahmen bewegen.

Frau Thulke und Herr Stäblein betreuen des Austausch. Sie freuen sich bereits sehr auf die nächste Begegnung und heißen die Schülerinnen und Schüler herzlich willkommen, die auch Lust darauf haben, ein anderes Land, seine Menschen und Kultur, seine Bräuche und Traditionen kennenzuler­nen und so zu erfahren, dass die Unterschiede gering, die Gemeinsamkeiten aber groß sind und dass sich Freundschaften auch in der Ferne schließen lassen.

Auf bald!

 

Drucken E-Mail

Englandfahrt

Englandfahrt 4
Nach einiger Zeit ohne Schulaustauschmöglichkeit auf die britischen Inseln, konnte den Schülern des NKGs endlich wieder eine Reise nach England ermöglicht werden.

Im Zuge einer Sprachreise verbringt im jährlichen Rhythmus eine Reisegruppe von etwa 45 SchülerInnen aller 8. Klassen sechs Tage auf der Insel. Dabei wohnen zwischen zwei und vier Mosbacher Schüler gemeinsam bei ausgewählten Gastfamilien in Eastbourne, East Sussex. Das traditionsreiche Seebad mit knapp 100.000 Einwohnern liegt auf halber Strecke zwischen Dover und Brighton direkt an der britischen Südküste und zählt zu den sonnigsten und trockensten Regionen Großbritanniens.

Drei Vormittage intensiver Sprachunterricht mit südenglischen Muttersprachlern wird mit gemeinsamen Ausflügen zum geschichtsträchtigen Beachy Head und das tolerante, studentische Brighton ergänzt. Eine Wanderung direkt an der Steilküste entlang der Kreidefelsen über die Austragungsstätte von Harry Potters Quidditch Weltmeisterschaften schaffen beeindruckende in Erinnerungen. Für die meisten Teilnehmer stellt zum Abschluss der Woche eine ausgedehnte Tagestour nach London den Höhepunkt der Sprachreise dar. Greenwichs Nullmeridian, die Fahrt mit dem Thames Clipper entlang der touristischen Highlights, die Runde im London Eye, dem mit 135m höchsten Riesenrad Europas, und die pulsierende Großstadt mit royalen Gebäuden und Kirchen, ruhigen Plätzen und Märkten in direkter Nachbarschaft zu nahendem Verkehrsinfarkt zwischen schwarzen Taxis und roten Doppeldeckern, modernen Hochhäusern und berühmten Schauplätzen aus vielen Romanen und Filmen runden die Woche eindrucksvoll ab.

Eine ereignisreiche Woche mit vielen Eindrücken, in der zahlreiche Vorurteile ausgeräumt und das eigene Englisch verbessert werden konnten, welche zweifelsohne als sinnvolle Ergänzung für das Fahrtenangebot einer Partnerschule für Europa mit bilingualem Zug betrachtet werden kann.

Weiterlesen

Drucken E-Mail

Das MINT-Maus-Erlebnisbuch

MINT Maus StickerMI(N)T gemacht: Früh fördern –nachhaltig begeistern

Das MINT-Maus-Erlebnisbuch

Mit dem MINT-Maus-Erlebnisbuch begeistern MINT-EC-Schulen  Kindergarten- und Grundschulkinder schon früh für MINT und für ihre Schule. Entwickelt wurde das Erlebnisbuch vom MINT-EC-Themencluster MI(N)T gemacht: Früh fördern - nachhaltig begeistern.

Um erste MINT-Erfahrungen zu dokumentieren, ist das „MINT-Maus-Erlebnisbuch“ in einem Pixibuch ähnlichen Format entworfen worden. Es wird bei den Angeboten an die teilnehmenden Kinder ausgegeben.
So möchten wir es den Kindergarten-und Grundschulkindern ermöglichen, ihre MINT-Aktivitäten gebündelt zu dokumentieren und sie dazu motivieren, weitere Angebote in ihrer Region z. B. Zoo-und Naturmuseumsbesuche etc. wahrzunehmen.

 

Maus1 Maus2

 

Für ein ausgefülltes Heft wird das Kind bei Vorlage bei der Einschulung an unserer MINT-EC-Schule mit einem kleinen MINT-Giveaway belohnt!

Mögliche Forschungsstandorte in der Umgebung:

Auch beim Besuch anderer MINT-Lernorte oder Museen sollten die Kinder einen Stempel, Aufkleber oder eine Unterschrift in ihrem MINT-Maus-Erlebnisbuch bekommen.In unserer Region finden sich vielfältige MINT-Angebote, um die leeren Seiten zu füllen. Unter anderem kann man hier forschen:

Drucken E-Mail

Studien- und Beruforientierung

Informationen zur Studien- und Schulberatung an Ihrer Schule finden Sie hier. informieren sie sich auf der Seite der Bundesagentur für Arbeit